Ist zu viel Bioenergie schädlich?

Kann zu viel Bioenergie schädlich sein?

Am effizientesten lässt sich Bioethanol aus Zuckerrohr herstellen. Somit hat dieser auf den ersten Blick auch die beste CO2-Bilanz. Wird aber zugunsten von Zuckerrohr oder den Nahrungsmitteln, die von Zuckerrohr verdrängt wurden, Regenwald vernichtet, kehrt sich dieser Effekt um, da Holz die langfristigste und größte CO2-Umsetzung garantiert.
Bei einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft, wie in Europa, ist dieses Problem nicht relevant. Hier ist auch die Politik gefragt, Billigimporte auf ein gesundes Maß einzudämmen, solange ausreichend Flächen zur Verfügung stehen.

Ist Bioenergie schuld an teuren Lebensmitteln?

In Europa sicher nicht. Die gestiegenen Rohstoffpreise sind im Vergleich zu Faktoren wie Lohn und Energie nur zu einem Bruchteil in den Verkaufspreisen enthalten (z. B. ca. 5 % beim Brot). Auch macht der weltweite Anteil der Bioenergie an der Agrarnutzung gerade einmal 5 % aus. Dieser Anteil hat sich trotz immenser Zuwächse in diesem Bereich in den letzten Jahren kaum erhöht. Im Gegensatz dazu wurde nicht zuletzt durch Rinderwahnsinn etc. der Anteil für die Futtermittelproduktion deutlich gesteigert. In Europa auf ca. 35 % der Gesamtproduktion.
Letzten Endes sind auch die dadurch hervorgerufenen Preissteigerungen nicht per saldo schlecht. Führen sie doch zu sinkenden Agrarsubventionen in den Industrieländern und damit zu höheren Weltmarktpreisen. Dies gibt den Entwicklungsländern, die zu einem viel höheren Teil von der Landwirtschaft abhängig sind, die Chance, ihre Produkte zu angemessenen Preisen zu verkaufen. Genau dies hat auch die Weltbank bis vor ein paar Jahren von den Industriestaaten eingefordert.
Dass die Mehreinnahmen aus der heimischen Agrarproduktion gerecht und gleichmäßig verteilt werden müssen, ist Aufgabe der einzelnen Staaten und genau an diesem Punkt sollte die Weltgemeinschaft ansetzen.